Frühjahrstournee 2023

Hörner im SJSO

Geschätzte Konzertbesucherinnen und -besucher

Das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester SJSO ist die sinfonische Talentschmiede der Schweiz – die aktuelle Frühjahrstournee beweist es wieder einmal. Unser Solist, der Hornist Pascal Deuber, hat nämlich noch vor ein paar Jahren genauso im SJSO gespielt wie einst Johannes Schlaefli. International bekannt ist Schlaefli heute als Dirigent und als höchst gefragter Orchesterleitungs-Dozent, dessen Studentinnen und Studenten Preis um Preis gewinnen. Begonnen hat er seine Karriere als Oboist. Als junger Student spielte er im SJSO und fand hier seine «geistige musikalische Heimat», wie er im Interview erzählt.

Diese stimulierende «musikalischen Heimat» bot ihm die Möglichkeit, sich als Solist, Chorsänger, Vorstandsmitglied, Arrangeur oder Dirigent zu versuchen. So entdeckte Johannes Schlaefli im Austausch mit Gleichgesinnten seine Talente – genau dieses anregende Umfeld, wo sich Übermut und Ernst mischen dürfen, will das SJSO seit jeher bieten. Wenig später, im Jahr 1989, kehrte Schlaefli als junger Dirigent zum SJSO zurück, und er blieb dem Orchester auch verbunden, als er 1998 kurzfristig einsprang. Wir alle – vor und hinter den Kulissen – sind sehr glücklich, ihn jetzt wieder als Gast beim SJSO zu begrüssen.

Solist in Richard Strauss’ ungemein lyrischem Hornkonzert, dem Sie weder seine Entstehungszeit noch das Alter des Komponisten anmerken, ist Pascal Deuber. Mit einer Interpretation genau dieses Konzerts hat der Schweizer Ausnahmehornist vor zwei Jahren den ARD-Musikwettbewerb gewonnen, einen der international renommiertesten Wettbewerbe überhaupt.

Das Horn spielt auch eine Hauptrolle in Carl Maria von Webers Oberon-Ouvertüre, einem bald verträumten, bald funkensprühendem Werk, das ich Ihnen persönlich besonders ans Herz legen möchte. Nach der Pause erklingt Antonín Dvořáks Achte Sinfonie, die übrigens ihrerseits eine SJSO-Karriere hinter sich hat. Bereits 1981, 1989 und 2006 erklang sie in unseren Tourneen, und 2020 spielte das SJSO einen Ausschnitt als Lockdown-Video ein.

Obschon – oder gerade weil – die Welt auch nach der Pandemie alles andere als in Ordnung ist, sind wir froh, mit Leidenschaft und vollem Einsatz etwas Sinnvolles, Schönes, Humanes tun zu dürfen. Gemeinsam Musik machen, Brücken über Sprach- und Kulturgrenzen schlagen, Kultur erlebbar machen und begabten jungen Menschen eine «musikalische Heimat» bieten.

Seien auch Sie Teil davon – wenn Sie mögen als Förderin oder Förderer, nun aber zuallererst als gewogenes Publikum!

Peter Faes, Präsident des Stiftungsrates

Carl Blechen: Landschaft im Winter bei Mondschein, 1836 (Wikimedia Commons)

Zu den Werken

Hornromantik

In berühmten Versen Joseph von Eichendorffs ist «aus weiter Ferne / ein Posthorn im stillen Land» zu hören, und schon entbrennt das Herz im Leib zur «Sehnsucht», die dem Gedicht den Titel leiht. Und in einem anderen Gedicht («Die Heimat») heisst es:

Das Horn lockt nächtlich dort, als obs dich riefe,

Am Abgrund grast das Reh,

Es rauscht der Wald verwirrend aus der Tiefe –

O stille, wecke nicht, es war als schliefe

Da drunten ein unnennbar Weh.

Kaum ruft das Horn, rauscht auch schon der Wald – in der Literatur des 19. Jahrhunderts ist das Waldhorn Inbegriff des Romantischen. Natur und Idylle klingen an, immer aber auch die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren, Unendlichen.

Carl Maria von Weber
Carl Maria von Weber, ca. 1823 (Nationalmuseum Warschau)

Carl Maria von Weber: Oberon

In Carl Maria von Webers (1786–1826) romantischer Oper «Oberon» kommt das Horn in der Opernhandlung selbst vor; als Zaubermittel, das alle, die es hören, schlagartig hypnotisiert. Folgerichtig beginnt die Ouvertüre mit einem träumerischen Hornruf, der im Verlauf immer wiederkehrt. Einschläfernd ist Webers Ouvertüre allerdings keineswegs, sondern im Gegenteil mitreissend wie wenig sonst.

Den Feen-, Ritter- und Orient-Stoff um den Elfenkönig Oberon hatte Weber 1826 als Auftrag des Londoner Covent Garden vertont. Als Komponist des «Freischütz» (1821) stand er auf der Höhe seines internationalen Ruhms und wurde den grossen Erwartungen des Londoner Publikums gerecht. Nicht nur in London hinterliess «Oberon» Spuren: Von der – heute selten gespielten – Oper fasziniert, schrieb ein Berliner Teenager namens Felix Mendelssohn wenige Monate später seine «Sommernachtstraum»-Ouvertüre. Und hat sich nicht auch Richard Wagner einen Akkord aus Takt 4 geborgt? Feine Ohren mögen es entscheiden …

Richard Strauss
Richard Strauss, ca. 1925 (George Grantham Bain/Library of Congress)

Richard Strauss: Hornkonzert Nr. 2

Richard Strauss (1864–1949) hat bis ans Ende seines langen Lebens immer wieder Eichendorff-Texte vertont. Und er liebte das Horn; als Sohn eines berühmten Hornisten lag das auch nahe. Für seinen Vater komponierte er – wie Mendelssohn im Teenager-Alter – ein Hornkonzert, und überhaupt verwendete er in seinen Werken gerne Hörner, die «doch einmal auf Heroismus geeicht sind», wie er mit typischer Ironie konstatierte.

Sein vollendet schönes Zweites Hornkonzert von 1942 zeigt höchstens im schalkhaften Finale ironische Spuren. Ansonsten vermeidet es jede Schärfe, jeden Heroismus und auch jede Schwüle. Es blickt zurück in die Musikgeschichte vor Wagner. Der Orchesterapparat ist gegenüber Strauss’ eigenen Tondichtungen deutlich reduziert; es ist die Besetzung, wie sie Mendelssohn oft verwendet hat. In den ersten gut fünfzig Takten wird das Solohorn überhaupt nur von den Streichern begleitet, und mit den Idealen von durchsichtiger Orchestrierung und klarer Melodik wendet sich Strauss letztlich dem Vorbild Mozart zu.

Und doch hätte das Stück niemals in Mozarts Zeit so geschrieben werden können: Plötzliche harmonische Kontraste, die aquarell-artigen Bläsermischungen oder die drei ineinanderfliessenden Sätze sind alles Errungenschaften der (Spät-)Romantik. Strauss will keine Musik «im alten Stil» schreiben, sondern Musik, die gewissermassen jenseits der Geschichte steht.

«Werkstatttändeleien ohne jegliche musikgeschichtliche Bedeutung» nannte er die in seinen letzten Lebensjahren entstandenen Kompositionen. Das klingt nach Understatement, ist aber genau das Gegenteil: «Musikgeschichtliche Bedeutung» können sie in Strauss’ Augen letztlich deshalb nicht haben, weil er selbst die «Culturgeschichte» bereits eigenhändig auf zu ihrem Gipfel- und Endpunkt geführt hat. Ironie mögen wir ihm hier vor dem Hintergrund von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg kaum zubilligen. Seine Argumentation ist wohl auch ein Schutzreflex gegen die nötige Einsicht, dass damals eine Epoche auf ganz andere, unsäglich gewalttätige Weise zu Ende ging.

Text: Felix Michel

Antonín Dvořák
Antonín Dvořák, Fotografie von ca. 1880 (Nationalmuseum Warschau)

Antonín Dvořák: 8. Sinfonie

«Freuen wir uns, in unserer productionsarmen, reflectirten Zeit noch einem naiv empfindenden, fröhlich schaffenden Talent wie Dvořák zu begegnen, das in die höchsten Formen der Instrumental-Musik sich hineingewachsen und bei ausgesprochener Eigen­thümlichkeit dem Ideale unserer classischen Periode die Treue bewahrt hat.» Trotz aller Hochachtung, die der einflussreiche Wiener Kritiker Eduard Hanslick Antonín Dvořák entgegenbringt, zeichnet er mit diesen Worten einen naiv schaffenden, unreflektierten «böhmischen Musikanten». Dieses Prädikat wurde Dvořák nicht wieder los, obwohl die meisten seiner Werke jenseits der «Slawischen Tänze» durchaus den Forderungen des höchsten Kunstanspruchs entsprechen. Bereits seine für die Londoner Philharmonic Society 1885 vollendete Siebte Symphonie in d-Moll ist ein von düsterer Stimmung, ausgefeilter Polyphonie und massiven Kontrastbildungen geprägtes Werk, das sich keineswegs vor den Symphonien eines Johannes Brahms zu verstecken braucht. Auf den ersten Blick erscheint die Achte hin­gegen als Rückkehr zu den von Hanslick erwähnten Idealen der «classischen Periode», zu volkstümlich geprägter Schlichtheit. Doch Dvořák beabsichtigte, «ein von meinen anderen Symphonien verschiedenes Werk zu schreiben, mit individuellen, in neuer Weise ausgearbeiteten Gedanken» – was ihm bei genauerem Blick durchaus gelang. Denn unter der scheinbar harmlosen Oberfläche dieses bei näherer Betrachtung höchst kunstfertigen Konstrukts entwickelt sich ein subtiles Spiel mit Tonarten- und Satzcharakteren.

Normalerweise steigern sich die ersten Sätze von Dvořáks Symphonien in zwei Wellen: Das Hauptthema erklingt zunächst verhalten, dann erneut mit der Angabe «grandioso». In der Achten funktioniert die Dramaturgie anders: Der Satz beginnt mit einem elegischen Thema in g-Moll, das als eine Art Rahmenthema den Satz gliedert und an Schlüsselstellen – zu Beginn der Durchführung, vor der Reprise und am Satzende – erscheint. Als eigentliches Hauptthema des Satzes dient hingegen eine pastoral anmutende Dreiklangsbrechung in den Flöten, die bei ihrem ersten Erklingen eher den Eindruck einer unscheinbaren Dur-Episode hinterlässt. Nach der sich stürmisch entwickelnden Durchführung schwingt sich das elegische g-Moll-Thema in «grandioso»-Klänge auf, und das eigentliche Hauptthema wird dem verhaltenen Englischhorn überantwortet. Auch die Wahl der Tonart h-Moll für den Seitensatz, der ein drittes Thema einführt und sich in seinem Verlauf nach Dur aufhellt, ist ungewöhnlich für ein Werk in G-Dur.

Der zweite Satz, ein Adagio in c-Moll, beginnt nach einer Einleitung mit einem lyrischen Dialog der beiden Klarinetten und der Flöten, der sich im Verlauf des Satzes immer wieder in dramatische Ausbrüche steigert. Doch die Wolken verziehen sich immer wieder, wenn der kontrastierende heitere C-Dur-Mittelteil mit pastoralen Flötenklängen und Solovioline eine ländliche Idylle evoziert. Wie bereits in seiner Siebten Symphonie setzt Dvořák einen grazilen Walzer an dritter Stelle des Werks ein, der besonders populär wurde. Erst in der Coda wechselt das Metrum vom Dreiachteltakt zu einem gerade Zweiviertel, der das Finale vorbereitet.

In diesem verknüpft Dvořák die übliche Sonatenform mit dem Variationsprinzip. Nach einer Trompetenfanfare präsentieren die Celli das Thema, das im Verlauf des Satzes mehrfache Transformationen durchläuft, darunter eine «slawische», wie die Überschrift besagt. Am Ende des Satzes chromatisiert sich der Satz zunächst und macht dem finalen Durchbruch Platz. Da sich Dvořák mit seinem Berliner Verleger Simrock anlässlich der Drucklegung der Siebten Symphonie zerstritten hatte, erschien die Achte bei dessen Londoner Konkurrent Novello, wo sich Dvořáks Musik seit der Aufführung des «Stabat Mater» im Jahre 1880 grösster Popularität erfreute. Für eine Reihe von Aufführungen der Symphonie reiste Dvořák zum insgesamt sechsten Mal über den Ärmelkanal – die darauf folgende Neunte Symphonie führte Dvořák dann über den grossen Teich in die «Neue Welt».

Text: Severin Kolb

Johannes Schlaefli im SJSO 1980
Johannes Schlaefli (links) als singender Tellerwäscher im spontanen SJSO-Küchenchor, ca. 1980

Interview mit Johannes Schlaefli

Rückkehr in die «musikalische Heimat»

Johannes Schlaefli über seine SJSO-Vergangenheit

Lieber Johannes, in den SJSO-Mitgliederlisten tauchst Du erstmals im April 1978 auf. Wie bist Du überhaupt zum SJSO gekommen?
Ich war noch im Gymnasium (Bern, Neufeld) und kannte den damaligen Konzertmeister des SJSO. Sie brauchten gerade einen Ersatz an der 1. Oboe und ich durfte sogleich einsteigen. Für mich wurde die Mitwirkung im SJSO das Schlüsselerlebnis zu meiner inneren Beziehung zur klassischen Orchestermusik! Ich war mit Haut und Haaren dabei, habe mich sofort auch im Vorstand engagiert, habe mich verliebt und habe mich auf alles, was mit dem SJSO zu tun hatte, einfach unbändig gefreut! Es war eine ganz wichtige «Orchester-Initialzündung».

Bald standen Dir ganz viele Wege offen, nicht nur als Orchestermusiker, sondern auch als Solist, wie eine SJSO-Schallplatte von 1982 beweist. Wie hat das SJSO Dir geholfen, Deinen künstlerischen Weg zu finden?
Das SJSO war in diesen paar Jahren meine geistige musikalische Heimat. Mit Freunden, die ich hauptsächlich aus dem SJSO kannte, haben wir einen kleinen Chor organisiert (da wurde ich erstmals «plötzlich Dirigent»…). Ich durfte manchmal Bläserproben leiten oder eine eigene Orchestrierung einer Schubert-Sonate durchdirigieren. Das SJSO war in diesen jungen Jahren in vielerlei Hinsicht enorm wichtig für mich.

Stichwort «plötzlich Dirigent»: Gleich nach Deiner SJSO-Zeit, noch als Oboen-Student in Basel, hast Du einen Wettbewerbspreis als Dirigent gewonnen. Und im Herbst 1989 hast Du dann das SJSO erstmals als junger Gastdirigent dirigiert.
An diese Tournee kann ich mich noch ganz genau erinnern. Das war für mich gemessen am damaligen bescheidenen Stand meiner Erfahrung eine Riesensache! Auch traf es sich, dass wir nur wenige Monate nach der Geburt unseres ersten Kindes das Siegfried-Idyll dirigieren durfte. Ich habe alles im Zusammenhang mit dieser Arbeitswoche und diesen Konzerten unendlich genossen und sehr viel davon gelernt. Noch heute finde ich in meiner Partitur zum Siegfried-Idyll lustige freche Kommentare, welche mir die damalige Musikkommission heimlich reingeschrieben haben. Herzerwärmende Erinnerungen!

Der damalige SJSO-Chefdirigent Andreas Delfs begründete Dein Gastdirigat damit, dass nichts so wertvoll sei wie Erfahrung zu sammeln – für junge Dirigenten und fürs Orchester. Auch im Jahr darauf warst Du sein Assistent bei Mendelssohns «Lobgesang» und hast wieder ein Konzert dirigieren können.
Ich war zusammen mit einem weiteren Kollegen vor allem für die Erarbeitung der Chorpartie zuständig. Und ja: Ich durfte ein Konzert der Tournee dann auch dirigieren, was wiederum eine sehr schöne und lehrreiche Erfahrung war. Umso schöner, dass es der Zufall will, dass auch ich selber in der diesjährigen Frühjahrstournee 2023 einen Termin nicht wahrnehmen kann und dieses Dirigat meiner hochbegabten Assistentin und Studentin Izabelė Jankauskaitė weitergeben kann. Sie und das Orchester werden es beide sehr geniessen …!

1995 warst Du in der engsten Auswahl für die Nachfolge als neuer SJSO-Chefdirigent. Hättest Du Dir denn überhaupt vorstellen können, längere Zeit SJSO-Dirigent zu sein?
Damals war diese Dirigentenstelle beim SJSO ganz klar meine Traumstelle, die ich mir so sehr gewünscht hätte (was mich beim Vordirigat wohl auch nicht gerade lockerer gemacht hat …). Es ist anders gekommen, und für das SJSO hat eine sehr erfolgreiche Ära mit Kai Bumann begonnen! Bei mir hat sich einige Jahre später dann eine Tür in eine andere Richtung geöffnet, in Richtung Dirigierprofessur. Ich bin ein Coach für Dirigent*innen mit ganz viel innerem Feuer für diese Tätigkeit geworden: Die Arbeit mit den jungen Menschen hielt mich innerlich jung und dem Dirigat gegenüber immer neugierig. Aber das Dirigieren selber ist natürlich immer noch die Sache worum es geht, auch bei mir selber!

Die Musiker*innen haben sich Dich als Dirigent für die Frühjahrstournee 2023 gewünscht, und wir sind sehr glücklich, dass Du zugesagt hast.
Ich freue mich ganz enorm über diese Anfrage und diesen Wunsch der SJSO-Musiker*innen. Noch immer arbeite ich am allerliebsten mit jungen Menschen: Dieses Projekt zu leiten wird deshalb ganz eindeutig zum Highlight meiner Saison werden.

Das SJSO von heute teilt vermutlich recht viel mit dem SJSO der 1980er: jene Mischung aus Jugend und Reife, aus Unbeschwertheit und Ehrgeiz, aus Disziplin, Arbeit und Party. Fühlt man sich da als Rückkehrer gleich wieder jung – oder erst recht alt, weil das SJSO sich so wenig verändert hat?
Natürlich bin ich jetzt in einem Alter, in welchem meine eigenen Kinder schon aus dem SJSO-Alter hinaus­gewachsen sind. Und der Blick auf die ganze Sache ist jetzt natürlich ein anderer. Aber meine eigenen Eindrücke aus meiner SJSO-Zeit sind noch sehr stark präsent in mir, und für einen gewissen Teil meiner Seele wird es sein, als wäre ich selber wieder vierzig Jahre jünger … :-)

SJSO in der Tonhalle
Das SJSO in der Tonhalle Zürich, 1. Mai 2023
(© David Bühler)

Das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester

Seit über 50 Jahren vereint das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester (SJSO) hohes Können mit Leidenschaft, indem es Talente aus allen Landesteilen zusammenbringt. Damit gehört das SJSO zu einer der ganz wenigen gesamtschweizerischen Kulturinstitutionen.

In den intensiven Arbeitswochen machen die Nachwuchsmusiker*innen prägende Erfahrungen. Ihre Begeisterung teilen sie während zweier jährlicher Tourneen mit Publikum in der ganzen Schweiz. So schlägt das SJSO Brücken zwischen den Kulturkreisen und leistet – unterstützt von Bund, Kantonen, Gemeinden, Unternehmen, privaten Stiftungen, der eigenen Förderergesellschaft und der Bank Cler als Sponsorin – einen wichtigen Beitrag im schweizerischen Kultur- und Bildungswesen.

Orchesterbesetzung Frühjahr 2023


Violine I

Konzertmeisterin:

Sophia Tankosic (Meilen)


Aline Brunner (Münchenstein)

Lea Diana Erni (Basel)

Ane Espina (Basel)

Annina Holliger

Sára Magdova (Luzern)

Alexis Mauritz (Lausanne)

Pavageau Rebecca (Sion)

Larissa Rickenbach (Egg)

Elnur Ruslanbekkyzy (Lugano)

Lucien Schell (Biel/Bienne)

Simon Peter Schmied (Nidau)

Jagoda Tkaczow (Kloten)


Violine II

Stimmführung:

Sarah Hirschi (Adligenswil)


Bianca Maria Cainelli (Sion)

Gwendoline Dey (Pont-la-Ville)

Klara Kirchner (Biel)

Pablo Larrieu (Gaillard)

Alessandra Lichtneckert (Basel)

Emilie Merten (Bannwil)

Aline Sarah Müller (Bern)

Aviva Luna Rosenfeld (Montreux)

Michèle Rüegg (Herrenschwanden)

Colin Soldati (Sonceboz-Sombeval)

Mariia Zakolodkina (Zürich)


Viola

Stimmführung:

Theresa Horejsi (Sion)


Matvey Bakeev

Céleste Bouillet (Évian-les-Bains)

Yunan Chen (Basel-Stadt)

Charlotte Höhler (Basel)

Lior Kamanga (Luzern)

Clémence Phan-Garrigues (Lausanne)

Bea Steinbach (Kriens)

Antoine Thévoz (Penthalaz)

Hanna Werner (Tägertschi)


Violoncello

Stimmführung:

Camille Thévoz (Penthalaz)


Marie Ausländer (Lausanne)

Erik Dolci (Luzern)

Claire Heinrich (Lausanne)

Georg Jäschke (Luzern)

Michele Martignoni (Bellinzona)

Jean-Baptiste Reverdin

Juliette Rochat (Pully)


Kontrabass

Stimmführung:

Joël Küchler (Einsiedeln)


Franz Bleck (Zürich)

Arnauld Crettenand (Hérémence)

Dimitri Neff

Ariane Thomann (Rotkreuz)


Flöte

Mathilde Barat

Alejandra Marin

Jessica Walgenwitz (Lausanne)


Oboe

Elisa Olmeda (Basel)

Léane Plain (Gibswil)


Klarinette

Thomas Byka (Basel)

Rodrigo Neves (Lausanne)

Matteo Nocentini (Lugano)


Fagott

Catarina de Oliveira Rego Avelãs Nunes (Lausanne)

Ré Minart-Warscotte (Annemasse)


Horn

Philippe Hess (Basel)

Maurin Jenni (Schüpfheim)

Fabienne Rahel Lehmann (Basel)

Elias Merki (Basel)

Nils Wiesli (Kriens)


Trompete

Diego Bassi (Arzo)

Rodrigo Paiva Machado (Zürich)

Maria Zumbrunn (Wittinsburg)


Posaune

Romain Nussbaumer (Olten)

Elias Schäfer (Meilen)

Nuno José Teixeira

Alain Wüest (Zürich)


Tuba

Luís Duarte Batista Leitão (Kriens)


Schlagzeug

Camille Cossy (Bex)

Elia Maigre (Bernex)


Register-Coaches


Elisabeth Brundies (1. Violinen Tonhalle- Orchester Zürich)

Fanny Tschanz (Violinen Kammerorchester Basel)

Maria Clément (Bratsche Philharmonia Zürich)

Christian Proske (Stv. Solo-Violoncello Tonhalle-Orchester Zürich)

Peter Kosak (Stv. Solo-Kontrabass Tonhalle-Orchester Zürich)

Pascal Deuber (Solo-Horn Bayerische Staatsoper München)

Frederic Sánchez Muñoz (Flötist Verbier Festival Orchestra)

Pascal Deuber
Pascal Deuber (© SLAVICA)

Solist

Pascal Deuber

Pascal Deuber ist 1992 in Rheinfelden/CH geboren. Er lernte das Hornspiel bei Heiner Krause und Stefan Ruf. Von 2012 bis 2016 studierte er an der Musikhochschule in Basel bei Prof. Christian Lampert. In der Spielzeit 2014/15 war er als Solohornist im Sinfonie­orchester Wuppertal engagiert. Seit 2015/16 war er stellvertretender Solohornist, ab 2017/18 Solohornist im Philharmonischen Staats­orchester Hamburg.

Seit September 2019 ist er Solohornist im Bayerischen Staatsorchester an der Bayerischen Staatsoper. Er ist Preisträger nationaler und internationaler Wettbewerbe (u. a. erste Preise beim Schweizerischen Jugendmusikwett­bewerb, 1. Preis beim Internationalen Lionsclub Musikwettbewerb 2014 in Birmingham, Preis für die beste Interpretation eines zeitgenössischen Werkes beim Aeoluswettbewerb in Düsseldorf). 2021 errang er sowohl den 1. Preis als auch den Publikumspreis beim renommierten Internationalen ARD-Wettbewerb.

Er konzertierte als Solist mit dem Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Münchner Kammerorchester, dem Philhar­monischen Staatsorchester Hamburg, der Sinfonietta Köln u.v.m. und gastierte bei renommierten Klangkörpern wie den Berliner Philharmonikern, dem Bayreuther Festspiel­orchester oder dem London Symphony Orchestra.

pascaldeuber.ch

Johannes Schlaefli
Johannes Schlaefli (© Chandra Mäder)

Dirigent

Johannes Schlaefli

Johannes Schlaefli ist Chefdirigent des Col­legium Musicum Basel und war bis 2022 Professor für Orchesterleitung an der Zürcher Hochschule der Künste.

Als Dirigierlehrer ist er international sehr gefragt und gibt Kurse zum Beispiel beim Aspen Music Festival in den USA, der Sibelius Akademie Helsinki oder beim City of Birmingham Symphony Orchestra. Bei der Conducting Academy des Menuhin Festivals Gstaad arbeitet er im Sommer als «head of teaching» und hat als Gastprofessor an Musikhochschulen in Wien, Berlin, Leipzig, Hamburg oder Manchester unterrichtet. Eine regelmässige Zusammenarbeit als Kursleiter und Juror verbindet ihn auch mit dem Dirigentenforum des Deutschen Musikrates.

Johannes Schlaefli stand an der Spitze des Kammerorchesters «Serenata Basel» und des Berner Kammerorchesters, bevor er in Mannheim das Kurpfälzische Kammerorchester von 2013–2019 als Chefdirigent führte. Er betreut auch das Alumni-Sinfonieorchester Zürich und leitete bis vor Kurzem das Akademische Kammerorchester Zürich. Als Gastdirigent leitete er Orchester wie das Tonhalle Orchester Zürich, die Hong Kong Sinfonietta, das Indianapolis Chamber Orchestra, das Zürcher Kammerorchester, das Orchester São Paulo, das Münchner Rundfunkorchester, das Orchestra della Svizzera Italiana und viele andere mehr.

johannesschlaefli.com

Izabelė Jankauskaitė
Izabelė Jankauskaitė (© Gabrielius_Jauniškis)

Assistenzdirigentin

Izabelė Jankauskaitė

Izabelė Jankauskaitė wurde in Vilnius, Litauen, geboren. Sie ist Gewinnerin des Neeme Järvi-Prize 2022 beim Gstaad Menuhin Festival und ist derzeit «Assistant Conductor» des Tonhalle-Orchesters Zürich unter Paavo Järvi.

2017 gewann sie den ersten Platz bei der Jonas Aleksa Choir Conducting Competition, was sie dazu veranlasste, den Weg des Dirigierens fortzusetzen. 2018 begann sie ihr Chorleitungsstudium an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK). Zwei Jahre später wechselte sie zum Orchesterdirigieren und studiert derzeit bei Prof. Johannes Schlaefli.

Izabelė hat an Meisterkursen mit Dirigenten wie Jaap van Zweden, Kristjan Järvi, Baldur Brönnimann, Paavo Järvi, Leonid Grin und James Lowe teilgenommen. Sie dirigiert u.a. ­Orchester wie das Göttinger Sinfonieorchester, die Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, das Sofia Philharmonic Orchestra, das Hradec Králové Philharmonic Orchestra, das Philharmonische Orchester Regensburg, das Zen­tralschweizer Jugendsinfonieorchester und das Schweizer Jugend-Sinfonie-Orchester.

2019 – 2022 war sie Chorleiterin des Johannes-Chors Mellingen und der Stadtsänger Winterthur.

Izabelė, die vor kurzem erst in die Orchesterwelt eingetreten ist, geht ihren Weg erfolgreich weiter. Im Jahr 2023 wird sie ihr Debüt geben beim Orchestre de Chambre de Lausanne, beim Musikkollegium Winterthur, dem Theater Orchester Biel Solothurn, dem Kammerorchester Basel und anderen mehr.

SJSO in der Tonhalle
Das SJSO in der Tonhalle Zürich, 1. Mai 2023
(© David Bühler)

Dank

Das SJSO dankt seinen treuen und grosszügigen Unterstützer*innen: Namentlich dem Bundesamt für Kultur, der Bank Cler, der Förderergesellschaft und vielen weiteren hier aufgeführten.

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Inserat Bank Cler

PDF-Programmheft und Website

ProgrammheftWeitere Informationen entnehmen Sie bitte dem PDF-Programmheft oder unserer Website sjso.ch

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